| Baden-Württemberg

Meisterstück Unternehmensnachfolge

Kleine aber feine Veranstaltung mit äusserst kompetentem Referenten und interessierten Gästen:

Handwerker haben volle Auftragsbücher, die Produktion läuft in vielen mittelständischen Firmen auf Hochtouren. Der Wirtschaft geht es gut. Und dennoch wächst im Stillen eine Gefahr, die schon in wenigen Jahren Arbeitsplätze und Betriebsvermögen akut bedrohen könnte.
Das Problem: Zahlreiche Unternehmer haben ihre Nachfolge noch nicht geregelt. Viele verdrängen das Problem oder schieben die Lösung auf, weil sie aktuell alle Hände voll zu tun haben.
Die Zahlen und Fakten schrecken auf: Jeder fünfte Inhaber will seinen Betrieb sogar ganz aufgeben.
Der Anteil der Firmeninhaber, die sich noch nicht entschlossen haben, ob ihr Unternehmen überhaupt fortgeführt werden soll, hat sich demnach fast verdoppelt, während die Anzahl der Betriebe, die übergeben werden sollen, im Vergleich zur Befragung 2008 deutlich gesunken ist. Während mit steigender Betriebsgröße eine Übergabe des Unternehmens immer häufiger angestrebt wird, denken insbesondere Handwerker mit bis zu fünf Mitarbeitern daran, den Betrieb aufzugeben.
Neben Handwerksbetrieben ist der Mittelstand besonders bedroht. „Der Fachkräftemangel wird zu einer immer größeren Herausforderung für unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft“,
Der Fachkräftemangel mache sich mittlerweile auf der Ebene der Betriebsinhaber bemerkbar: „Die Zahl der Meister, die Betriebe gründen oder übernehmen wollen, sinkt kontinuierlich. Und gleichzeitig brauchen Tausende von Betrieben einen Nachfolger. Wenn wir auf die nächsten fünf Jahre schauen, ist das tatsächlich eine dramatische Entwicklung.“ Wenn viele Betriebe aufgeben, hat das auch gravierende Folgen für die Infrastruktur im ländlichen Raum.
„Der ,Markt‘ der Unternehmensnachfolge wird künftig noch stärker mit dem Arbeitsmarkt um Fachkräfte konkurrieren müssen. In wirtschaftlich besseren Zeiten wird das sichere Beschäftigungsverhältnis vorgezogen — zumal gut Qualifizierte aufgrund des Fachkräftebedarfs auch auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.“
Zum Problem des Fachkräftemangels kommen zahlreiche andere Schwierigkeiten hinzu. Etwa die oft zu hohen Preisvorstellungen der Inhaber, die mit dem Verkauf ihre Altersversorgung sicherstellen wollen. Die Übernahme hoher Vermögenswerte wie etwa Immobilien führt bei den Nachfolgern zu Problemen bei der Finanzierung des Vorhabens.

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